Gefälschte Meta-Mails: So erkennen Sie die Masche

Diese Woche hatte ich Post von Meta, dem Konzern hinter Facebook und Instagram. Gleich fünfmal. Mein Werbekonto sei eingeschränkt, ich hätte gegen das Urheberrecht verstoßen, mein Logo verletze die Richtlinien, und ein blaues Abzeichen warte nur noch auf meine Aktivierung.
Keine einzige dieser Mails kam von Meta.
Ich zeige Ihnen hier meine echten Mails und erkläre, woran Sie solche Fälschungen in wenigen Sekunden erkennen. Das ist nicht nur für Betriebe interessant, die auf Facebook werben. Privatleute bekommen dieselbe Masche, nur mit anderem Text: „Ihr Konto wird in 24 Stunden gelöscht.“
Fünf Mails in einer Woche
So sah mein Postfach aus:

Auffällig ist schon der Zeitpunkt. Ich habe Ende September mit Werbung auf Facebook angefangen, und ein paar Tage später ging es los. Das ist kein Zufall. Die Betrüger suchen gezielt nach kleinen Betrieben, die gerade neu Anzeigen schalten. Wer frisch dabei ist, kennt die echten Mails von Meta noch nicht und lässt sich leichter verunsichern.
Alle fünf Mails wollen dasselbe: dass Sie auf einen Knopf klicken und sich dort mit Ihrem Facebook-Konto anmelden. Diese Seite sieht aus wie Facebook, gehört aber den Betrügern. Wer dort Passwort und Bestätigungscode eingibt, hat sein Konto verloren, oft samt Werbekonto und hinterlegter Zahlungsart.
Erkennungszeichen 1: Der Absender
Das ist der schnellste Test, und er klappt fast immer. Schauen Sie nicht auf den Namen, sondern auf die Adresse dahinter. Den Namen kann jeder frei wählen, „Meta Pro Team“ oder „Meta for Business“ ist also gar nichts wert.
Bei der Mail zum Urheberrecht stand hinter dem Namen eine Adresse, die auf mataro.salesians.cat endet:

Das ist eine Schule in Mataró bei Barcelona. Eine Schule in Spanien gehört nicht zum Meta-Konzern. Vermutlich wurde dort ein Mailkonto geknackt und wird jetzt für den Versand missbraucht.
Bei den anderen Mails sah es nicht besser aus:

ss.ksmg.life, ss.liaps.org und ähnliche Adressen haben mit Meta nichts zu tun. Echte Mails von Meta kommen von Adressen, die auf facebookmail.com oder meta.com enden. Alles andere können Sie getrost löschen.
So sehen Sie die Adresse: Am PC steht sie meist in spitzen Klammern hinter dem Namen. Auf dem Handy tippen Sie auf den Namen des Absenders, dann klappt die Adresse auf.
Erkennungszeichen 2: Druck und Frist
Jede dieser Mails macht Druck. „Recommended response timeframe: within 24 to 48 hours“, also Antwort innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Sonst drohen Einschränkungen, weniger Reichweite oder die Sperre.
Das ist kein Zufall, sondern das Prinzip. Wer Angst hat, sein Konto zu verlieren, klickt schneller und denkt weniger nach. Genau das wollen die Betrüger.
Die Mail zum Werbekonto ist ein gutes Beispiel. Sie zählt vier angebliche Verstöße auf, alle so allgemein formuliert, dass sie auf jede Anzeige passen könnten. Was genau falsch sein soll, steht nirgends. Dafür gibt es einen großen blauen Knopf:

Echte Hinweise von Meta nennen die betroffene Anzeige und den Grund. Und Sie finden sie immer auch direkt in Facebook, dazu gleich mehr.
Erkennungszeichen 3: Das Geschenk, das keins ist
Die freundlichste Mail war die gefährlichste. Kein Ärger, keine Drohung, sondern eine Glückwunschmail: Meine Seite sei geprüft, das blaue Abzeichen „Meta Verified“ sei genehmigt, ich müsse es nur noch aktivieren.

Das klingt verlockend, ist aber Unsinn. Meta Verified ist ein kostenpflichtiges Abo, das man selbst beantragt. Niemand bekommt es ungefragt geschenkt. Wenn Ihnen jemand per Mail etwas schenkt, das Sie nie bestellt haben, ist das fast immer ein Köder.
Erkennungszeichen 4: Die kleinen Fehler
Wer genauer hinsieht, findet in fast jeder Fälschung Ungereimtheiten. In meinen Mails zum Beispiel:
- Der Prüfzeitraum lautet „September 30 - Thursday 1, 2026“. Kein Mensch schreibt ein Datum so.
- Drei Mails, drei verschiedene Firmenadressen von Meta: einmal 1601 Willow Road, einmal 1 Meta Way, einmal 1 Facebook Way.
- Englischer Text, obwohl mein Konto auf Deutsch eingestellt ist. Eine Mail kam auf Deutsch, aber vom Absender aus Spanien.
- Absendernamen wie „Meta’s INC: Platform-Support-Business-Badge-Compliance-Department“. Je länger und wichtiger der Name klingt, desto misstrauischer sollten Sie werden.
Einzeln beweist so ein Fehler noch nichts. Zusammen mit dem falschen Absender ist die Sache aber eindeutig.
So prüfen Sie es selbst bei Facebook
Sie müssen sich nicht auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Facebook zeigt Ihnen selbst, welche Mails wirklich von Meta kamen.
Öffnen Sie in Facebook die Einstellungen und dort die Kontenübersicht. Unter Passwort und Sicherheit finden Sie den Punkt Aktuelle E-Mails. Dort stehen alle Sicherheitsmails, die Meta Ihnen in den letzten Tagen geschickt hat. Taucht eine Mail dort nicht auf, war sie nicht echt.
Wenn Sie auf Facebook werben, sehen Sie echte Probleme mit Anzeigen oder dem Werbekonto außerdem immer in der Meta Business Suite, unter Kontoqualität. Steht dort nichts, ist auch nichts.
Die wichtigste Regel ist ganz einfach: Nie über den Link in der Mail anmelden. Öffnen Sie Facebook so, wie Sie es immer tun, über die App oder indem Sie die Adresse selbst eintippen. Gibt es wirklich ein Problem, sehen Sie es dort.
Was tun mit solchen Mails?
Nicht klicken, nicht antworten, löschen. Wenn Ihr Mailprogramm es anbietet, melden Sie die Mail vorher als Phishing. Bei mir geht das über das Menü mit den drei Punkten:

Damit helfen Sie dem Spamfilter, solche Mails künftig gleich auszusortieren. Mein Mailprogramm hatte die meisten übrigens schon selbst als verdächtig markiert. Verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht, gerade die Mail von dem gekaperten Schulkonto kam ohne Warnung durch.
Und wenn Sie schon geklickt haben?
Dann keine Panik, aber zügig handeln:
Nur geklickt, nichts eingegeben: Seite schließen, das war es meistens schon. Zur Sicherheit können Sie Ihren Virenschutz einmal durchlaufen lassen.
Passwort eingegeben: Ändern Sie sofort Ihr Facebook-Passwort, und zwar direkt in der App oder auf facebook.com, nicht über die Mail. Haben Sie dasselbe Passwort auch woanders benutzt, ändern Sie es dort ebenfalls. Schalten Sie danach die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, falls sie noch nicht aktiv ist.
Sie kommen nicht mehr in Ihr Konto: Dann haben die Betrüger vermutlich schon Passwort und E-Mail-Adresse geändert. Über facebook.com/hacked können Sie Ihr Konto zurückfordern. Das ist mühsam, klappt aber oft, wenn Sie schnell sind.
Werbekonto mit Zahlungsart: Prüfen Sie in der Business Suite, ob jemand Anzeigen angelegt oder Personen hinzugefügt hat, und sehen Sie auf Ihrer Kreditkarte nach ungewohnten Abbuchungen.
Ich helfe Ihnen gern
Sie haben eine Mail bekommen und sind sich nicht sicher? Schicken Sie mir einfach ein Bildschirmfoto per WhatsApp oder rufen Sie an. Ich schaue kurz drauf und sage Ihnen, ob Sie sich Sorgen machen müssen. Und falls doch schon etwas passiert ist, holen wir Ihr Konto gemeinsam zurück, vor Ort oder per Fernwartung.
Wenn Sie solche Maschen künftig selbst sicher erkennen wollen, sind Sie in meinen Kleingruppen-Kursen gut aufgehoben, dort geht es auch um „Sicher im Internet“. Oder schreiben Sie mir, ein kurzes Gespräch klärt oft schon das meiste.