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Schwaches WLAN zu Hause: Woran es liegt und was wirklich hilft

· Stephen Brinkmann

Titelbild: Schwaches WLAN zu Hause, woran es liegt und was wirklich hilft

Abends auf dem Sofa, der Krimi in der Mediathek läuft, und plötzlich dreht sich das Rädchen. Oder oben im Arbeitszimmer ist das WLAN einfach weg, obwohl unten im Wohnzimmer alles klappt. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Die meisten machen dann eins von zwei Dingen: Sie schimpfen auf den Anbieter, oder sie kaufen einen Repeater. Beides kann richtig sein. Oft ist es aber etwas ganz anderes, und dann ärgert man sich hinterher über Geld, das nichts gebracht hat.

Kurz zu mir, falls wir uns noch nicht kennen: Ich bin Stephen Brinkmann von BITS Weserbergland in Rinteln. Ich helfe Menschen im Weserbergland und in Schaumburg mit ihrer Technik, vor Ort oder per Fernwartung. WLAN-Probleme gehören dabei zu den Dingen, die ich am häufigsten auf dem Tisch habe. Und fast immer lassen sie sich lösen.

Die wichtigste Frage zuerst: WLAN oder Internet?

Im Alltag sagen wir zu beidem „Internet“. Für die Fehlersuche ist es aber wichtig, die zwei auseinanderzuhalten.

Das Internet ist die Leitung, die von außen in Ihr Haus kommt. Über Telefonkabel, Glasfaser, Fernsehkabel oder per Funk über das Handynetz. Sie endet an Ihrem Router.

Das WLAN ist der Funk, mit dem der Router das Internet in Ihrer Wohnung verteilt. An Handy, Tablet, Laptop und Fernseher.

Wenn es hakt, muss man herausfinden, an welcher der beiden Stellen es klemmt. Das geht ganz einfach: Schließen Sie einen Laptop per Netzwerkkabel direkt an den Router an und machen Sie einen Geschwindigkeitstest, zum Beispiel auf breitbandmessung.de, der offiziellen Seite der Bundesnetzagentur.

Kommt am Kabel ungefähr das an, was in Ihrem Vertrag steht, ist Ihr Anschluss in Ordnung. Dann liegt es am WLAN, und darum geht es in den nächsten Abschnitten. Kommt schon am Kabel deutlich zu wenig an, hilft Ihnen kein neuer Router und kein Repeater. Dazu weiter unten mehr.

Wo steht Ihr Router?

Das ist die häufigste Ursache, die ich sehe, und gleichzeitig die günstigste. Der Router steht im Flurschrank, hinter dem Fernseher, unten im Keller oder auf dem Boden in der Ecke, weil dort eben die Dose ist.

WLAN breitet sich aus wie Licht von einer Lampe. Je mehr im Weg ist, desto weniger kommt an. Besonders viel schlucken:

Decken und dicke Wände, vor allem Stahlbeton. Ein Stockwerk höher kommt oft nur noch ein Bruchteil an.

Wasser und Metall. Ein Aquarium, ein großer Spiegel, der Kühlschrank, ein Heizkörper direkt daneben oder eine Fußbodenheizung.

Schränke und Möbel, wenn der Router darin oder dahinter versteckt ist.

Der beste Platz ist möglichst zentral im Haus, etwas erhöht und frei, zum Beispiel oben auf einem Regal. Schon ein Meter Unterschied kann viel ausmachen. Und manchmal reicht ein längeres Kabel zur Dose, damit der Router dort steht, wo er hingehört.

Zwei Funkbänder: 2,4 und 5 Gigahertz

Moderne Router funken auf zwei Bändern gleichzeitig, oft sogar auf drei. Das klingt technisch, ist aber schnell erklärt.

2,4 Gigahertz reicht weiter und kommt besser durch Wände, ist aber langsamer. Außerdem teilen Sie sich dieses Band mit den Routern der ganzen Nachbarschaft, in Mehrfamilienhäusern ist das schnell ein ziemliches Gedränge.

5 Gigahertz ist deutlich schneller und weniger überfüllt, reicht aber nicht so weit.

Die meisten Router verteilen Ihre Geräte heute selbst auf das passende Band. Bei älteren Geräten oder ungünstigen Einstellungen klappt das aber nicht immer. Dann hängt der Fernseher im Wohnzimmer auf dem langsamen Band fest, obwohl das schnelle problemlos reichen würde. Das sieht man in der Übersicht des Routers, bei einer FRITZ!Box zum Beispiel unter „WLAN“ und „Funknetz“.

Wie alt ist Ihr Router?

WLAN entwickelt sich weiter wie alles andere auch. Heute gängig sind Wi-Fi 6 und Wi-Fi 7, viele Router in Haushalten stammen aber noch aus der Zeit von Wi-Fi 4 oder Wi-Fi 5. Wenn Ihr Router schon sieben, acht Jahre oder länger in Betrieb ist, kann er schlicht nicht mehr mithalten, vor allem wenn viele Geräte gleichzeitig im Netz sind.

Bevor Sie aber einen neuen kaufen, zwei Dinge, die nichts kosten:

Software aktualisieren. Auch Router bekommen Updates. Die schließen Sicherheitslücken und verbessern oft auch das WLAN. Bei vielen Geräten geht das mit einem Klick in der Bedienoberfläche.

Einmal neu starten. Klingt banal, hilft aber erstaunlich oft, wenn der Router seit Monaten durchläuft.

Und ehrlich gesagt: Ein neuer Router bringt nur dann etwas, wenn auch Ihre Geräte mithalten. Ein zehn Jahre altes Tablet wird mit dem schnellsten Router der Welt nicht schneller.

Repeater, Mesh, Kabel oder Steckdose?

Wenn der Router gut steht und trotzdem nicht bis ins letzte Zimmer reicht, braucht es eine zweite Station. Da gibt es mehrere Wege, und jeder hat seinen Platz.

Der Repeater fängt das WLAN auf und sendet es weiter. Das Problem: Er muss an einer Stelle stehen, an der das Signal noch gut ist, also eher in der Mitte zwischen Router und Funkloch. Steckt er direkt im Funkloch, verteilt er nur ein schwaches Signal weiter. Einfache Repeater müssen außerdem alles doppelt funken, empfangen und weitersenden, dadurch bleibt oft nur gut die Hälfte übrig. Das ist der Grund, warum so viele sagen: „Der Repeater hat nichts gebracht.“

Ein Mesh-System besteht aus mehreren Stationen, die sich untereinander abstimmen. Sie bilden ein gemeinsames WLAN mit einem Namen, und Ihr Handy wechselt beim Gang durchs Haus automatisch zur besten Station. Bei vielen Routern lassen sich passende Repeater zu so einem Mesh verbinden. Für größere Häuser oder mehrere Stockwerke ist das oft die angenehmste Lösung.

Ein Netzwerkkabel ist immer noch das Beste, was man machen kann. Ein Kabel vom Router zu einer zweiten Station im Obergeschoss, und das WLAN dort ist so gut wie direkt am Router. Wenn es sich irgendwie verlegen lässt, lohnt es sich.

Powerline schickt das Internet über die Stromleitung, Sie stecken also einfach zwei Adapter in die Steckdose. Das kann sehr gut funktionieren, muss aber nicht. Es hängt davon ab, wie die Stromleitungen in Ihrem Haus verlegt sind. Ausprobieren kann man es, aber man sollte die Rechnung aufheben.

Welcher Weg bei Ihnen passt, hängt vom Haus ab. Genau deshalb würde ich nie etwas kaufen, bevor jemand gemessen hat, wo das Signal verloren geht.

Wenn es doch am Anschluss liegt

Kommt schon am Router per Kabel zu wenig an, liegt es an der Leitung oder am Vertrag. Dann sind Sie nicht machtlos.

Für Festnetzanschlüsse gibt es von der Bundesnetzagentur die Desktop-App der Breitbandmessung. Damit führen Sie 30 Messungen innerhalb von 14 Tagen durch und bekommen am Ende ein Messprotokoll. Liegt die Geschwindigkeit deutlich unter dem, was im Vertrag steht, haben Sie damit ein Recht auf Minderung des Preises oder können außerordentlich kündigen.

Neu ist, dass das seit April 2026 auch für Internet über das Handynetz gilt. Das betrifft also auch alle, die zu Hause einen Router mit LTE oder 5G nutzen. Dafür gibt es die App „Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk“. Die Regeln sind dort etwas komplizierter als im Festnetz, aber es geht. Alles dazu finden Sie direkt bei der Bundesnetzagentur.

Bei diesen Funkroutern gibt es zwei ganz unterschiedliche Ursachen, und die muss man auseinanderhalten. Erst neulich hatte ich so einen Fall: Beim Termin lief der Film über eine Stunde lang stabil, abends ruckelte es wieder. Der Grund war nicht der Router und auch nicht das WLAN. Abends hängen einfach viele Leute am selben Funkmast, und die teilen sich die Leistung. Die Zelle war schlicht ausgelastet.

Wir haben dann Außenantennen angeschlossen. Danach war das Signal deutlich stabiler, aber mehr Leistung, als der Mast abends hergibt, holt auch die beste Antenne nicht heraus. Deshalb sind wir am Ende auf Vodafone umgestiegen.

Das zeigt ganz gut, worauf es ankommt: Ist der Empfang schwach, helfen oft eine andere Ausrichtung, ein besserer Platz am Fenster oder eine Außenantenne. Ist der Mast voll, hilft nur ein anderes Netz oder ein anderer Anschluss. Was davon zutrifft, sieht man an den Empfangswerten im Router und daran, wann es hakt. Man muss nur wissen, wo man schaut.

Bevor Sie etwas kaufen

Wenn Sie nur einen Gedanken aus diesem Beitrag mitnehmen, dann diesen: Erst messen, dann kaufen.

Ein Repeater oder ein neuer Router ist schnell im Einkaufswagen. Ob er Ihr Problem löst, weiß man aber erst, wenn man weiß, wo die Geschwindigkeit verloren geht. Am Anschluss, am Router oder auf dem Weg durchs Haus. Viele Probleme lassen sich mit einem anderen Standort oder ein paar Einstellungen beheben, ohne dass Sie einen Cent für neue Geräte ausgeben.

Ich schaue mir das gern an

Sie müssen sich durch Funkbänder und Messprotokolle nicht allein durcharbeiten. Ich komme zu Ihnen, messe am Router und in den Räumen, in denen es hakt, und zeige Ihnen, wo es klemmt. Was sich sofort richten lässt, richte ich gleich. Für alles andere bekommen Sie eine ehrliche Empfehlung, und ein neues Gerät nur dann, wenn es wirklich etwas bringt. Zum Schluss messe ich noch einmal nach, damit Sie sehen, was es gebracht hat.

Wie das genau abläuft und was es kostet, finden Sie auf meiner Seite WLAN und Internet verbessern. Oder rufen Sie einfach an beziehungsweise schreiben Sie mir. Ein kurzes Gespräch klärt oft schon das meiste.

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